Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem sonnigen Nachmittag auf Ihrer Terrasse in Tübingen, Reutlingen oder Rottenburg. Die Sonne scheint auf Ihr Dach, während die Nachrichten mal wieder von steigenden Netzentgelten und volatilen Strompreisen berichten. Fast jeder Hausbesitzer stellt sich in diesem Moment dieselbe Frage: „Was bringt mir eine Photovoltaik-Anlage heute eigentlich noch unterm Strich?“
Die Goldgräberstimmung der frühen 2000er Jahre mit extrem hohen Einspeisevergütungen ist vorbei – und das ist gut so. Wir sind in der Ära der Eigenverbrauchs-Optimierung angekommen. Wer 2025 oder 2026 in eine PV-Anlage investiert, baut kein reines Kraftwerk mehr, sondern ein persönliches Schutzschild gegen die Inflation der Energiekosten. Doch wie sehen die nackten Zahlen heute wirklich aus, wenn man die aktuelle Technik, die gesunkenen Modulpreise und die regionale Sonneneinstrahlung im Neckar-Alb-Kreis berücksichtigt?
In diesem Artikel werfen wir einen fundierten Blick auf die wirtschaftliche Realität. Wir rechnen vor, ab wann sich die Investition amortisiert, welche technischen Standards heute gesetzt sind und warum die Rechnung in Baden-Württemberg oft besser aufgeht als im Rest der Republik.
Lohnt sich die Investition in 2026? Die Kernfrage im Detail
Bevor wir in die Zahlen einsteigen, müssen wir verstehen, was sich technologisch verändert hat. Wer heute plant, greift auf eine Technikgeneration zurück, die deutlich effizienter ist als noch vor drei Jahren. Während früher 370-Watt-Module Standard waren, bewegen wir uns heute im Bereich von 420 bis 470 Wp (Watt Peak) pro Modul. Das bedeutet: Wir benötigen weniger Dachfläche für die gleiche Leistung – ein entscheidender Faktor für die oft verwinkelten Dächer in unseren historischen Altstädten oder modernen Neubaugebieten.
Die technischen Eckpfeiler für Ihre Planung
Um eine realistische Renditeberechnung anzustellen, müssen wir von korrekten technischen Annahmen ausgehen. Im Jahr 2025/2026 gelten folgende Richtwerte als Goldstandard für ein qualitativ hochwertiges Einfamilienhaus-System (EFH):
• Modulleistung: N-Type TOPCon oder SHJ-Technologie mit Wirkungsgraden über 22 %. Realistische Leistungen liegen zwischen 440 und 460 Wp pro Modul.
• Platzbedarf: Kalkulieren Sie mit ca. 1,9 bis 2,1 m² pro kWp installierter Leistung.
• Wechselrichter: Moderne Hybrid-Geräte sind heute der Standard. Sie steuern nicht nur den Solarstrom, sondern verwalten auch den Batteriespeicher und sind bereit für das Smart Grid.
• Speichersysteme: Lithium-Eisenphosphat (LiFePO4) hat sich aufgrund der hohen Sicherheit und Zyklenfestigkeit durchgesetzt. Die Kapazität wird meist im Verhältnis 1:1 zur kWp-Leistung der Anlage gewählt (z. B. 10 kWp Anlage = 10 kWh Speicher).
Regionale Besonderheit: Die Sonne über dem Neckar-Alb-Kreis
Wir in der Region Tübingen, Reutlingen und Rottenburg haben einen entscheidenden Vorteil: die geografische Lage. Während man in Norddeutschland oft mit Erträgen von 900 bis 950 kWh pro kWp kalkulieren muss, dürfen wir in Baden-Württemberg deutlich optimistischer sein.
Dank der Nähe zur Schwäbischen Alb und der generell hohen Globalstrahlung im Süden Deutschlands erzielen gut ausgerichtete Anlagen (Süd, 30–35° Neigung) hier Erträge zwischen 1.150 und 1.250 kWh pro installiertem kWp. Selbst Ost-West-Dächer, die in unserer Region sehr häufig vorkommen, erreichen oft noch Werte um die 950 bis 1.050 kWh/kWp und sind damit hochgradig wirtschaftlich, da sie den Strom genau dann liefern, wenn er morgens und abends im Haushalt verbraucht wird.
Die Beispielrechnung: 10 kWp für ein Einfamilienhaus (Stand 2026)
Schauen wir uns ein konkretes Szenario an. Ausgangslage ist ein typisches Einfamilienhaus in der Region Reutlingen mit einem Jahresverbrauch von 4.500 kWh und einer geplanten 10 kWp Anlage inklusive 10 kWh Speicher.
1. Investitionskosten (Brutto = Netto*)
Seit 2023 gilt für private PV-Anlagen die 0 % Umsatzsteuer-Regelung:Anlage (10 kWp, Premium-Module, Hybrid-Wechselrichter,
• Montage, Anmeldung): ca. 15.000 €
• Speichersystem (10 kWh Hochvolt-Batterie): ca. 7.000 €
• Gesamtinvestition: ca. 22.000 €
2. Ertrag & Eigenverbrauch
• Jahresertrag (10 kWp x 1.180 kWh/kWp): 11.800 kWh
• Eigenverbrauchsquote (mit Speicher): ca. 70 % (entspricht 3.150 kWh Ersparnis beim Zukauf)
• Netzeinspeisung: 8.650 kWh
3. Jährliche Ersparnis & Einnahmen
• Ersparnis Strombezug (3.150 kWh x 0,38 €/kWh): 1.197 €
• Einspeisevergütung (8.650 kWh x 0,0804 €/kWh): ca. 695 €
• Gesamt-Vorteil pro Jahr: 1.892 €
4. Amortisation & Rendite
Teilt man die Investitionskosten durch den jährlichen Vorteil, ergibt sich eine Amortisationszeit von ca. 11,6 Jahren. Berücksichtigt man eine moderate Strompreissteigerung von jährlich 3 %, sinkt dieser Wert auf etwa 10 Jahre.
Bei einer garantierten Leistungsdauer der Module von 25 bis 30 Jahren produziert die Anlage nach der Amortisation noch mindestens 15 bis 20 Jahre lang Strom zum Nulltarif. Die rechnerische Rendite auf das eingesetzte Kapital liegt hierbei oft zwischen 6 % und 9 % pro Jahr – weit über dem, was klassische Sparanlagen bei vergleichbarem Risiko bieten.
Typische Kundenfehler und Missverständnisse
In unseren Beratungsgesprächen in Tübingen und Umgebung begegnen uns immer wieder Mythen, die Hausbesitzer unnötig verunsichern.
1. „Ich warte, bis die Module noch billiger werden.“
Die Modulpreise haben 2024/2025 einen historischen Tiefpunkt erreicht. Die Lohnkosten für das Handwerk und die Kosten für die Unterkonstruktion steigen jedoch weiter. Wer wartet, verliert die Ersparnis aus den kommenden zwei Jahren, die meist höher ist als jeder denkbare Preisrückgang bei der Technik.
2. „Bei Bewölkung bringt die Anlage nichts.“ Moderne Halbzellen-Module und die N-Type Technologie sind extrem schwachlichtoptimiert. Auch bei diffusem Licht in einem nebligen November im Neckartal wird Energie produziert, die oft ausreicht, um zumindest die Grundlast des Hauses (Kühlschrank, Standby-Geräte) zu decken.
3. „Mein Dach ist nicht perfekt nach Süden ausgerichtet.“ Wie oben erwähnt: Ost-West-Anlagen sind für den Eigenverbrauch oft sogar sinnvoller, da sie die Erzeugungsspitze über den Tag verteilen. Ein reines Süddach produziert mittags oft mehr Strom, als man selbst verbrauchen kann.
4. „Der Speicher ist zu teuer und hält nicht lange.“ Aktuelle LiFePO4-Speicher sind für über 6.000 volle Ladezyklen ausgelegt. Bei ca. 250 Zyklen pro Jahr entspricht das einer Lebensdauer von über 20 Jahren. Die Kosten pro gespeicherte Kilowattstunde sind in den letzten 24 Monaten um fast 40 % gesunken.
Experteneinschätzung von uns
Als regionaler Fachpartner sehen wir die Entwicklung positiv, aber wir mahnen auch zur Ehrlichkeit: Eine PV-Anlage ist kein „Wundergerät“, das alle finanziellen Sorgen löst.
Wann lohnt es sich nicht? Wenn Ihr Dach in den nächsten 5 Jahren ohnehin saniert werden muss, sollten Sie nicht jetzt eine Anlage darauf montieren lassen. Auch bei extremer Verschattung durch hohe Nachbargebäude oder dichten Waldbestand in Hanglage muss man sehr genau rechnen – manchmal ist hier eine kleinere Anlage oder ein Verzicht auf bestimmte Flächen wirtschaftlich sinnvoller.
Unser Anspruch bei koehrerSolar ist die „Ehrliche Rendite“. Wir rechnen lieber konservativ mit 1.150 kWh/kWp und freuen uns mit Ihnen, wenn es am Ende 1.250 werden. Qualität bei der Montage und Brandschutzsicherheit bei der Elektroinstallation stehen für uns über dem günstigsten Komponentenpreis. Denn eine Rendite von 8 % bringt Ihnen nichts, wenn die Anlage nach 7 Jahren wegen eines billigen Wechselrichters stillsteht.
Ihr Weg zur eigenen Unabhängigkeit
Die Zahlen zeigen deutlich: Photovoltaik in Baden-Württemberg ist 2026 eine der stabilsten und sinnvollsten Investitionen für Hausbesitzer. Sie sichern sich gegen steigende Energiekosten ab und leisten einen realen Beitrag zur regionalen Energiewende.
Möchten Sie wissen, wie die Rechnung für Ihr spezifisches Dach in Tübingen, Reutlingen oder Rottenburg aussieht? Lassen Sie uns gemeinsam einen Blick auf Ihre Stromrechnung und Ihr Dach werfen. Wir erstellen Ihnen eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse – transparent, fachlich fundiert und ohne Verkaufsdruck.
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